Blumenkorso brachte „neuen Schwung“ - Interview mit Josef Astner

Schon seit Anfang an war Sattlerwirt Josef Astner beim Ebbser Blumenkorso beteiligt. Im Gespräch spricht er über die Entstehung und die Entwicklung des Korsos, der österreichweit der größte seiner Art ist. 

 

Seit 1998 gibt es den Ebbser Blumenkorso jetzt schon. Wie kam es eigentlich dazu, dass man einen solchen Korso in Ebbs veranstaltet? 
Ins Leben gerufen wurde unser Blumenkorso von den Ebbser Dieselrössern, die wir 1996 gründeten.  In diesem Jahr nahmen beim Ebbser Almabtrieb nur noch zwei Bauern teil und wir sagten uns, dass da wieder neuer Schwung im Dorf nötig ist. Ein Bekannter von uns hat als Dekorateur bereits bei dem Korso in Seefeld mitgewirkt und so sind wir auf die Idee mit den bunt geschmückten Festwägen gekommen.

Begonnen hat es also eigentlich schon früher, die ersten Blumenwägen sind schon 1997 durch Ebbs gefahren. Damals waren es nur fünf, sechs Wägen, die von den Mitgliedern der Dieselrösser gestaltet worden sind. Ohne unsere Wägen groß anzukündigen sind wir beim Almabtrieb mitgefahren. Das kam richtig gut an und so fassten wir den Entschluss, einen richtigen Korso zu veranstalten. 

Am 15. August 1998 war damals unser Kirchenfest und so entschieden wir uns dazu, unseren Korso auch an diesem Tag zu machen. Wir haben dann alle Vereine und die Ebbser Wirte gefragt, ob sie mitmachen wollen und schafften es bereits beim ersten Korso, über vierzig Starter zusammen zu bringen. Der Großteil, nämlich 28 davon, waren Mitglieder der Dieselrösser.  

Wie schaffte es ein damals noch so „junger“ Verein, eine Großveranstaltung wie den Blumenkorso auf die Beine zu stellen? 
Schon damals wurden wir vom Tourismusverband unterstützt, die den Schriftverkehr maßgeblich für uns übernommen haben. Um auch finanziell abgesichert zu sein und um die Kosten für diese Veranstaltung zu decken, haben wir 1998 zwanzig Schilling Eintritt verlangt. Wir wollten ja keinen Gewinn machen, sondern das Dorf beleben. Aber es ist dann so gut gelaufen, dass wir eine Spende von 10.000 Schilling an den Verein „Ebbs für Ebbs“ übergeben konnten. 

Ein voller Erfolg also?
Ja, das kann man so sagen. Beim ersten Korso kamen bereits rund 5000 Besucher und Besucherinnen nach Ebbs. Mittlerweile rechnen wir je nach Wetter mit 10.000 bis 15.000 Besuchern, die extra zum Blumenkorso kommen.

Wie ist es dann weitergegangen? 
Das zweite Jahr fand der Korso dann schon unabhängig vom Pfarrfest, das nur alle zwei Jahre ist, statt. Die Vereine und Betriebe wurden immer mehr eingebunden und die Veranstaltung immer professioneller aufgezogen. So richteten wir am Vorabend des Korsos ein Sommernachtsfest aus, bei dem sich alle, die beim Korso mitmachten, auch beteiligten. 

Die ersten zwei, drei Jahre ging die Korso-Strecke nur durchs Dorf. Bald wurde sie dann aber zu kurz, weil immer mehr Starter mit immer aufwändigeren und größeren Figuren mitmachten. So haben wir die Strecke dann auf die jetzige Route ausgeweitet. Jetzt passt es sehr gut, da der Verkehr auch nicht zu lange aufgehalten wird. 

Natürlich ist es aber schwieriger geworden, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, da die Auflagen immer strenger und umfangreicher werden. 

Was hat sich seitdem geändert? 
Dank öffentlicher Zuschüsse ist seit drei Jahren der Eintritt frei und auch die Blumen für die Gefährte werden mittlerweile übernommen. Aber auch sonst hat sich viel getan.
Mit den Jahren ist das Rahmenprogramm um das Korso-Wochenende immer umfangreicher geworden. Heuer geht es ja schon am Donnerstag mit dem Almtag auf der Aschinger Alm und dem Dorfabend mit der Bundesmusikkapelle Ebbs los. Am Freitag ist dann das große Open-Air von Hansi Hinterseer in der Blumenwelt Hödnerhof. Das wird bestimmt ein toller Abend, Hansi Hinterseer begeistert die Leute einfach! Am Samstag ist dann auch volles Programm. Zum einen geht es da endlich mit dem Stecken der Blumen, die am Freitag in der Nacht geliefert werden, los. Am Abend ist in Ebbs dann das traditionelle Sommernachtsfest und auch in Kufstein geht es mit dem Schlagertag, bei dem richtige Schlagerstarts wie Melissa Naschenweng, die Zellberg Buam und Sigrid & Marina dabei sein werden, richtig rund. Aber die Hauptattraktion ist natürlich der Blumenkorso am Sonntag! 

Du sagst es geht „endlich los mit dem Stecken“ - bist du da auch immer voll involviert? 
Ja, natürlich. Wir machen schon von Anfang an mit. Da sind die ganze Familie und viele Freunde beim Stecken mit dabei. Wir haben sogar Stammgäste aus der Schweiz und aus Deutschland, die sich schon seit Jahren immer zum Blumenkorso Urlaub nehmen und dann zu uns kommen, um beim Stecken zu helfen und beim Blumenkorso dabei zu sein. Da haben sich schon richtige Freundschaften gebildet.
Generell ist der Blumenkorso eine große Attraktion und ein richtiger Besuchermagnet in der Region, das merkt man ja auch an den Buchungen. Bei uns ist das Blumenkorso-Wochenenden immer eines der ersten, die ausgebucht sind. 

Auf welche Figur dürfen wir denn heuer gespannt sein? 
Das ist eine gute Frage! Ich bin da eher spontan und mache am liebsten etwas Aktuelles, das zum Zeitgeschehen passt. Wenn Österreich jetzt Europameister geworden wäre, hätten wir bestimmt da etwas gemacht. Als Spanien damals Deutschland geschlagen hat, haben wir auch einen spanischen Torrero, der einen deutschen Stier besiegt, gemacht. Auch die Krake Pauli haben wir schon mal dargestellt. Und als damals den Oberndorfern das Ortsschild gestohlen worden ist, haben wir Sherlock Holmes, der auf der Suche nach ihm ist, gemacht.
Aber auch die anderen Teilnehmer, wie beispielsweise die Schützen oder das Altersheim, haben immer tolle Figuren. Besonders gut gefallen hat mir da beispielsweise der farbenprächtige Pfau, den das Altersheim gemacht hat. 

Was wünscht du dir für den heurigen Ebbser Blumenkorso? 
Zum einen natürlich, dass das Wetter hält und kein Sturm aufkommt. Ein bisschen Regen wär ja nicht so schlimm, gerade bei einem Korso wär das ja für die Blumen nicht unbedingt negativ. Generell hoffe ich, dass es den Blumenkorso noch lange gibt und diese schöne Tradition aufrecht erhalten wird!


Rückfragehinweis:

Kufsteinerland
Andrea Rettenwander
a.rettenwander@kufstein.com
0043/5372/62207-21

Pressekontakt:

GMedia
Maria Kröll
presse@gmedia-service.at
0043/664/88982720


Ort Kufstein
Datum 21.07.2016

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Sattlerwirt Josef Astner ist schon seit den Anfängen des Blumenkorsos stets mit dabei. Auch heuer werden seine Familie und er es sich nicht nehmen lassen, mit einem Gefährt mitzumachen. 

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Die Arbeiten an den Figuren sind schon im vollen Gange, wie Sepp erklärt: "Hier entsteht gerade die Figur des Altersheims." Um was es sich dabei handelt, wird vorab natürlich nicht verraten! 

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Von Anfang an stellten die Ebbser beim Blumenkorso ihre Kreativität unter Beweis. Hier eine Figur des Sattlerwirts aus dieser Zeit. 

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Alte Ansicht vom Ebbser Blumenkorso - eine Figur eines Haflingers, für die das Dorf berühmt ist. 

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Ebenfalls ein Bild aus der Anfangszeit des Ebbser Blumenkorsos: Auch das beliebte Schwimmbad "Hallo Du" war mit einem Gefährt vertreten. 

Foto: Josef Astner/ Abdruck honorarfrei

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